Die Interessen der älteren Generation fest im Blick

Der Kreisseniorenrat Esslingen präsentierte bei der Mitgliederversammlung in Köngen die vielfältigen Aktivitäten und stellte neue Projekte vor.

Digitallotsen, Sicherheitsberater, Pedelec-Training, Selbstbehauptungskurse, die ärztliche Versorgung im Landkreis, Familiengespräche, Altersarmut – die Themenpalette, mit der sich der Kreisseniorenrat Esslingen (KSR) beschäftigt, ist breit. Bei der gut besuchten Mitgliederversammlung in der Zehntscheuer Köngen zeigten die beiden Vorsitzenden Renate Schaumburg und Gisela Rehfeld sowie weitere Vorstands- und Beiratsmitglieder auf, dass der Kreisseniorenrat die Sorgen und Alltagsprobleme der älteren Generation im Landkreis Esslingen im Blick hat. Unterstützung erfährt der KSR bei seinen Vorhaben durch Sponsoren, allen voran die Stiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen.

Landrat

 Der Landkreis als Partner

Als Partner eng an der Seite des Kreisseniorenrats steht der Landkreis. Landrat Marcel Musolf dankte für die Zusammenarbeit und zeigte sich beeindruckt vom KSR-Engagement. Der Kreisseniorenrat entwickle nicht nur Konzepte und Ideen, sondern sorge gleichzeitig dafür, dass es auch zu Angeboten komme.

Die Seniorenvertretung sei auch in der Sozialplanung ein hochaktiver Posten, ein Motor für Beteiligung und den sozialen Zusammenhalt. Beleg dafür, dass der Kreistag die Arbeit des Ehrenamtes sehr wohl zu schätzen wisse, sei die Zustimmung zur Einführung des Ehrenamtspasses über alle Fraktionen hinweg. Eine kleine Geste der Wertschätzung. „Wir zählen auf den Kreisseniorenrat und versuchen gute Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagt Marcel Musolf. Eine Basis für Zusammenhalt und Solidarität.

Seit 1. Januar ist der Ehrenamtspass im Landkreis am Start.
Ein Ausweis, der nachgefragt ist. Man habe bereits 3400 Pässe ausgestellt, so Monja Brenner, persönliche Referentin von Landrat Musolf. Erfreulicher Aspekt: Die bestehenden rund 100 Angebote werden durch Partner aus dem privaten Bereich mit Vergünstigungen und ermäßigtem Eintritt bei Kultur- und Freizeiteinrichtungen  ergänzt. Die Karte ist ein sichtbares Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für die vielen Menschen, die sich tagtäglich unentgeltlich für die Gesellschaft einsetzen.

Auf die großen Herausforderungen der demografischen Entwicklung im Land ging Heike Baehrens ein.

Sie steht seit November an der Spitze des Landesseniorenrats. Die ehemalige Geschäftsführerin des Diakonischen Werks und bis 2025 SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Göppingen weiß als langjährige gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, welche gesellschaftlichen Herausforderungen auf die Generation der über 60-Jährigen im Land – und das sind immerhin 27 Prozent der Bevölkerung – zukommen. Am Tag der Pflege betonte sie die gesellschaftliche Verantwortung für alle und nannte als vordringliche Aufgabe, ausreichend Pflegekräfte zu gewinnen. „Wenn wir bei der Pflege immer nur über Geld reden, verpassen wir die Chance, Personal zu gewinnen“, so Baehrens.  

Auf einem guten Weg ist der Kreisseniorenrat mit dem Digitallotsen-Projekt.
Etwa 25 Teilnehmer haben bei der Landesmedienzentrale Schulungen besucht oder werden sie noch besuchen. Als Digitallotsen werden sie in mehreren Gemeinden ältere Menschen fit für die Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung machen. Das Angebot für die „Offliner“ ist kostenlos. Bereits erfolgreich gestartet ist Lichtenwald. Demnächst losgehen mit Beratungen kann es in Beuren, Neuhausen, Köngen, Wernau, Schlaitdorf, Plochingen und Reichenbach. Die KSR-Vorsitzende Renate Schaumburg dankte Bürgermeister Ronald Scholz, der in einem Grußwort seine Gemeinde vorstellte, dass Köngen beim Digitallotsen-Projekt ganz vorne mit dabei ist.

Veranstaltungsreihe Berufsende in Sicht
Neben dem Digitallotsen-Projekt bereitet der Kreisseniorenrat Folgeveranstaltungen zur 2025 gut besuchten Reihe „Berufsende in Sicht – Impulse für einen neuen Lebensabschnitt“ vor. Als sehr lebendig und erfrischend haben Renate Schaumburg und Gisela Rehfeld eine Veranstaltung „Demokratie leben“, zusammen mit dem Kreisjugendring, erlebt. Auch dazu soll es einen weiteren Austausch geben. Außerdem auf der Agenda stehen Kinotage unter dem Titel „Mit über 80 Jahren“ mit älteren Schauspielern und ein Kochkurs für trauernde Männer, den man in Kooperation mit einer Familienbildungseinrichtung anbieten will. Geplant ist auch der Aufbau einer Informationsplattform für Mitglieder.

Den Kassenbericht erläuterte Ulrich Müller und die Kassenprüfung erfolgte durch Rainer Bauer und Verena Grötzinger.

Bürgermeister Dr. Scholz sprach ein Grußwort und die Projektverantwortlichen berichteten zum Stand der laufenden Aktivitäten.

Dr. Ronald Scholz, Bürgermeister Köngen
Ulrich Müller, Kassenwart
Tino Marling, Service Plus
Uwe Klein, Pedelec-Training, Sicherheitsberater
Ralf Brenner, Selbstbehauptungskurse
Bernhard Kandler, Digitallotsen
Eberhard Haussmann, Altersarmut